Dieser Artikel gehört zum Thema Japan zwischen Tempeln, Metropolen und Vulkanen.
Ein Sockel aus mächtigen Granitquadern, zehn Meter hoch, 46 Meter lang und 42 Meter breit, und darauf: nichts. Er steht auf dem Honmaru, dem innersten Bezirk der früheren Burg Edo, im heutigen Ostgarten des Kaiserpalasts in Tokio. Sie dürfen hinaufsteigen, und oben erwartet Sie nichts. Kein Turm, kein Dach, nur eine offene Fläche unter dem Himmel, und jenseits der Baumkronen und Wassergräben sehen Sie die Hochhäuser des Geschäftsviertels Otemachi. Auf diesem Sockel sollte der Hauptturm der Burg stehen. Gebaut wurde er nie. Die Leerstelle ist gewollt, und sie erzählt mehr über diese Stadt als ein Turm es könnte.
Edo hieß die Stadt, aus der die Shogune Japan von 1603 an mehr als 260 Jahre lang regierten, und aus Edo wurde 1868 Tokio, die „östliche Hauptstadt“. Heute sehen Sie in der Metropole mit ihren rund 14,3 Millionen Einwohnern vor allem Glas, Beton und Leuchtreklamen. Das Große Kanto-Erdbeben von 1923 und die Luftangriffe von 1945 zerstörten weite Teile der Stadt. Wo also ist das alte Edo geblieben? Die Antwort finden Sie im Grundriss der Stadt. Burggräben, Fürstengärten, eine Brücke, von der aus Japans Straßen gemessen werden, und ein Tempel, der älter ist als die Stadt, bewahren die Ordnung einer Burgstadt, die im frühen 18. Jahrhundert mehr als eine Million Einwohner zählte.
Burg Edo: Warum auf dem Turmsockel von 1658 nie ein Turm stand
Die erste Befestigung an dieser Stelle ließ der Feldherr Ota Dokan 1457 errichten. 1590 bezog der Regionalfürst Tokugawa Ieyasu die Anlage, 1603 wurde er Shogun, und noch im selben Jahr begann der Ausbau. Bezahlt wurde er nicht allein vom Shogun: Im Tenka-bushin, der landesweiten Bauverpflichtung, mussten die Daimyo Material und Arbeitskräfte stellen. Gräben wurden ausgehoben, Mauern aus behauenem Stein aufgeschichtet, Tore errichtet, und erst unter Ieyasus Enkel Iemitsu, dem dritten Shogun, war das Werk um 1636 im Wesentlichen vollendet. Der Kaiserhof blieb in dieser Zeit in Kyoto, dessen Geschichte der Guide zu Kyotos Gärten, Tempeln und Teekultur erzählt.
Auf dem Honmaru standen nacheinander drei Haupttürme, japanisch Tenshu genannt. Der dritte war zu seiner Zeit das höchste Gebäude Japans. 1657 brach in Edo ein Feuer aus, das als Meireki-Brand in die Geschichte einging. Es zerstörte weite Teile der Stadt, kostete laut der heutigen Stadtregierung mehr als 100.000 Menschen das Leben und erfasste auch den Turm. Schon im Jahr darauf ließ Shogun Ietsuna den Sockel neu errichten, ausgeführt vom Fürstenhaus Maeda, das in Kaga am Japanischen Meer herrschte. Doch Ietsunas Onkel Hoshina Masayuki widersprach: Ein Land, das in Frieden lebe, brauche keinen solchen Turm. Der Hauptturm wurde nie wieder gebaut, und so steht der Sockel, auf den Sie heute steigen, seit mehr als 360 Jahren leer.
Im Ostgarten gehen Sie heute über drei der alten Burgbezirke: Honmaru, Ninomaru und Sannomaru, den innersten, zweiten und dritten Ring der Anlage. Seit 1968 sind sie öffentlich zugänglich, das innere Palastgelände, auf dem die kaiserliche Familie lebt, nur bei Führungen. Von den Palästen der Shogune ist nichts geblieben. Doch Gräben, Mauern und Tore zeichnen die Ausdehnung der Anlage bis heute nach, und mit ihnen die Mitte, um die herum Edo wuchs. Von hier aus erschließt sich Ihnen die Stadt.
Sankin-kotai: Wie die Residenzpflicht der Fürsten Edo zur Millionenstadt machte
Im Garten Hamarikyu an der Bucht von Tokio steigt und fällt das Wasser des großen Teichs mit den Gezeiten. Eine Schleuse öffnet und schließt sich mit Ebbe und Flut, und im Meerwasser spiegeln sich die Hochhäuser des Büroviertels Shiodome, die gleich hinter den Bäumen aufragen. Hamarikyu besitzt einen der letzten Gezeitenteiche der Stadt. Seine Geschichte beginnt 1654, als Matsudaira Tsunashige, ein Bruder des Shoguns, hier Flachwasser aufschütten ließ. Später wurde daraus der Strandpalast der Shogune. Hier betreten Sie die Welt der Shogune und Fürsten von Edo. Diese Welt hatte viele Wurzeln, keine aber prägte sie so sehr wie eine Vorschrift aus dem Jahr 1635.
1635 verankerte Shogun Iemitsu im Buke-shohatto, dem Gesetzeswerk für die Kriegerhäuser, die Pflicht zum Sankin-kotai, dem Wechseldienst in der Hauptstadt. Jeder Daimyo hatte jährlich zwischen seiner Domäne und Edo zu wechseln, ein Jahr in der Heimat, ein Jahr beim Shogun. Ehefrauen und Erben blieben ständig in der Stadt, faktisch als Geiseln. Eine Erleichterung von 1722, nur sechs Monate Edo auf achtzehn Monate Domäne, nahm das Shogunat schon 1730 wieder zurück. Die Reisen kosteten die Fürsten viel Geld, denn sie zogen mit großem Gefolge und Zeremoniell über die Fernstraßen, und in Edo mussten sie standesgemäß residieren. An den Poststationen dieser Straßen entstanden die Herbergen, aus denen die japanische Gasthauskultur hervorging, wie der Guide zu Ryokan und Onsen erzählt.
Für Edo bedeutete der Wechseldienst Wachstum. Jeder Fürst unterhielt in der Stadt ein Anwesen mit Gefolgsleuten, Dienerschaft und Garten, und um diese Haushalte herum ließen sich Händler und Handwerker nieder. Die Samurai, der Kriegeradel, wohnten vor allem in der Yamanote, Kaufleute und Handwerker dicht gedrängt in der Shitamachi bis an den Fluss Sumida. Als das Shogunat 1721 erstmals die Stadtbürger zählen ließ, kam es auf rund eine halbe Million. Die Samurai und ihre Haushalte waren nicht erfasst. Mit ihnen war Edo eine Stadt mit mehr als einer Million Menschen.
Von den Residenzen der Fürsten und der Familie Tokugawa sind vor allem die Gärten geblieben, und in ihnen kommen Sie dem Leben der Daimyo am nächsten. Koishikawa Korakuen ließ Tokugawa Yorifusa, Begründer der Mito-Linie, deren Fürsten ständig in Edo lebten, ab 1629 anlegen; vollendet wurde er unter seinem Sohn Mitsukuni, der Ideen des Gelehrten Zhu Shunshui aufnahm, eines Chinesen aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368–1644). Heute ist der Garten in den höchsten Stufen gleich zweier staatlicher Schutzkategorien eingetragen, als Besondere Historische Stätte und als Ort Besonderer Landschaftlicher Schönheit. Rikugien entstand 1702 für Yanagisawa Yoshiyasu, einen Vertrauten des Shoguns Tsunayoshi, und übersetzt Motive der Waka, der klassischen japanischen Kurzdichtung, in Hügel, Teiche und Wege, ein Garten, wie ihn ein Fürst brauchte, der Gäste empfangen und Rang zeigen musste. Später gehörte er Iwasaki Yataro, dem Gründer von Mitsubishi, 1938 ging er an die Stadt.
Nihonbashi: Die Brücke, an der Japans Straßen beginnen
Mitten auf der Brücke Nihonbashi, der „Japanbrücke“, ist eine Plakette in den Boden eingelassen: Nihon Kokudo Genpyo, der Nullpunkt der japanischen Nationalstraßen. Auf der Brücke wachen bronzene Kirin, Fabelwesen aus der chinesischen Überlieferung, die eigentlich keine Flügel haben. Hier tragen sie welche. Und über Ihnen, dicht über den beiden Steinbögen, verläuft der graue Beton einer Stadtautobahn. In diesem Bild liegen drei Zeitalter übereinander: das Edo der Fernstraßen, das steinerne Tokio der Meiji-Zeit, in der sich Japan nach dem Ende der Shogune 1868 dem Westen öffnete, und die Wachstumsjahre nach dem Krieg, in denen der Verkehr Vorrang hatte.
Eine erste Holzbrücke entstand hier 1603. Diese Brücke war der gemeinsame Ausgangspunkt der Gokaido, der fünf großen Fernstraßen, die Edo mit dem Land verbanden, unter ihnen der Tokaido entlang der Pazifikküste nach Kyoto. Hier begannen die Reisen der Fürstenzüge, Pilger und Händler, und um die Brücke herum wuchs das kaufmännische Zentrum der Shitamachi. 1673 eröffnete der Kaufmann Mitsui Takatoshi in Nihonbashi das Stoffgeschäft Echigoya. Es verkaufte als eines der ersten Geschäfte gegen Barzahlung zu festen Preisen, ein Bruch mit dem Kredit- und Feilschhandel der Zeit. 1904 erklärte sich das Haus mit der sogenannten Kaufhaus-Erklärung öffentlich zum Kaufhaus und wurde als Mitsukoshi bekannt.
Die heutige Steinbrücke mit ihrem doppelten Bogen stammt von 1911. Seit 1999 steht sie als Wichtiges Kulturgut unter Schutz, so heißt die staatliche Schutzkategorie für bedeutende Bauwerke. Mit den Olympischen Spielen von 1964 kam die Stadtautobahn, die der Brücke seither den Himmel nimmt. Seit 2021 laufen Arbeiten, die das ändern sollen: Auf rund 1,8 Kilometern wird die Trasse in einen Tunnel verlegt, der um 2035 fertig sein soll, bis etwa 2040 soll die Hochstraße verschwinden. In diesen Jahren sehen Sie in Nihonbashi zu, wie die Stadt einem Ort der Edo-Zeit seinen Himmel zurückgibt.
Sensoji: Ein Tempel, der älter ist als Edo
Vor sechs Uhr morgens ist es still unter dem Kaminarimon, dem Donnertor am Eingang des Sensoji in Asakusa. Über Ihnen hängt in seiner Mitte die rote Laterne, 3,9 Meter hoch und rund 700 Kilogramm schwer. Links und rechts stehen Fujin und Raijin, die Götter des Windes und des Donners, deren Köpfe den Brand von 1865 überstanden haben. Um sechs Uhr, von Oktober bis März um halb sieben, öffnet die Haupthalle. Mit den ersten Besuchern treten Sie vor die Halle der Kannon, der buddhistischen Verkörperung des Mitgefühls, deren Statue niemand zu sehen bekommt. Neben Ihnen legen Gläubige die Hände zusammen und sprechen ein kurzes Gebet. In dieser ersten Stunde ist der Tempel vor allem, was er seit Jahrhunderten ist: ein Ort, an dem Menschen beten.
Der Überlieferung des Tempels zufolge zogen die Fischer Hinokuma Hamanari und Takenari, zwei Brüder, am 18. März 628 eine Statue der Kannon aus dem Fluss Sumida, und der Dorfvorsteher Haji no Nakatomo machte sein Haus zum Tempel. Das ist eine Gründungslegende, kein archäologischer Befund, doch sie trägt den Ort bis heute: Jedes Jahr am 18. März feiert der Tempel die Auffindung der Statue. Der Sensoji selbst spricht von fast 1.400 Jahren Geschichte, er gilt als ältester Tempel Tokios. Als Tokugawa Ieyasu 1590 nach Edo kam, bestimmte er den Sensoji zum Gebetsort des Shogunats, sein Enkel Iemitsu baute die Anlage aus.
Wie die Stadt hat der Tempel mehrfach gebrannt. 1865 verlor er sein Donnertor, am 10. März 1945 die Haupthalle und die fünfstöckige Pagode, den Turm, der in buddhistischen Tempeln Reliquien birgt. Die Haupthalle, vor der Sie am Morgen stehen, entstand 1958 mit Spenden neu, 1960 das Donnertor, gestiftet von Konosuke Matsushita, dem Gründer von Panasonic, 1964 das zweite Tor, das Hozomon. Dass Asakusa trotzdem als Ort des alten Edo gilt, liegt an der ungebrochenen Nutzung, an Gebet, Handel und Unterhaltung.
Erdbeben, Feuer, Bomben: Warum Tokio so jung aussieht
Am 1. September 1923, um 11:58 Uhr, standen in vielen Küchen Tokios Töpfe auf offenem Feuer. In diesem Moment erschütterte das Große Kanto-Erdbeben mit einer Magnitude von 7,9 die Region, und weil es kurz vor Mittag zuschlug, brachen überall in der Stadt Brände aus. Rund 105.000 Menschen starben oder blieben vermisst, etwa 370.000 Häuser wurden zerstört, die meisten Opfer forderte das Feuer. Gut zwei Jahrzehnte später brannte die Stadt erneut. 102 Luftangriffe trafen Tokio im Zweiten Weltkrieg, der schwerste am 10. März 1945, als auch Asakusa in Flammen aufging; in dieser Nacht kamen nach Schätzungen rund 100.000 Menschen ums Leben. Im Oktober 1945 lebten noch 3,49 Millionen Menschen in der Stadt, halb so viele wie fünf Jahre zuvor. Der Wiederaufbau ging schnell. 1962 überschritt Tokio die Marke von zehn Millionen Einwohnern, 1964 kamen die Olympischen Spiele, der erste Shinkansen, Japans Hochgeschwindigkeitszug, und die Stadtautobahn.
Den ersten großen Umbruch hatte die Stadt ohne Zerstörung erlebt: 1868 beendete die Meiji-Restauration, die Rückgabe der Regierungsgewalt an den Kaiser, die Herrschaft der Shogune, 1869 zog Kaiser Meiji dauerhaft in die Burg, und 1872 fuhr zwischen Shimbashi und Yokohama die erste Eisenbahn Japans. Das Alte entdecken Sie heute erst auf den zweiten Blick. Was von Edo blieb, finden Sie im Verlauf der Gräben, der alten Straßen und in Tempeln, die stets an derselben Stelle neu entstanden. Das Viertel Yanaka gilt als von den Bränden 1923 und den Bomben 1945 weitgehend verschont; rund 70 Tempel stehen dort, in der Edo-Zeit an den damaligen Stadtrand verlegt. Den Zusammenhang zeigt Ihnen das Edo-Tokyo-Museum im Stadtteil Ryogoku am Ostufer des Sumida, das am 31. März 2026 nach rund vier Jahren Renovierung wieder eröffnet hat, mit Rekonstruktionen in Originalgröße.

Kaiserpalast, Gärten, Museum: Was geht und was nicht
Der Ostgarten ist frei zugänglich, aber nicht an jedem Tag: Zu den Schließtagen in der Tabelle kommen Termine des Hofes. Das innere Palastgelände sehen Sie nur bei einer geführten Tour von rund einer Stunde über etwa 2,2 Kilometer, größtenteils unter freiem Himmel. Ihre Plätze reservieren Sie online, ab dem 1. des Vormonats um 5 Uhr japanischer Zeit bis vier Tage vor dem Termin; Restkarten gibt es am Tor Kikyo-mon. Von Juli bis September gibt es Touren nur am Vormittag. Den Reisepass brauchen Sie im Original, am Eingang werden Taschen kontrolliert.
| Ort | Geöffnet | Eintritt | Geschlossen |
|---|---|---|---|
| Ostgarten des Kaiserpalasts | 9 Uhr bis 16–18 Uhr je nach Monat (Winter 16 Uhr, Sommer 18 Uhr), Einlass bis 30 Min. vor Schluss | frei | Mo, Fr (an Feiertagen geöffnet), 28.12.–3.1. |
| Edo-Tokyo-Museum | 9:30–17:30 Uhr, Sa bis 19:30 Uhr | kostenpflichtig, ab 65 Jahren ermäßigt | Mo |
| Koishikawa Korakuen, Hamarikyu, Rikugien | 9–17 Uhr, Einlass bis 16:30 Uhr | kostenpflichtig, ab 65 Jahren ermäßigt | 29.12.–1.1. |
| Sensoji | Haupthalle ab 6 Uhr, Okt. bis März ab 6:30 Uhr | frei | – |
Bei der Planung kommt es auf den Wochentag an. Ist der Montag kein Feiertag, sind Ostgarten, Palastführungen und Edo-Tokyo-Museum gleichzeitig geschlossen. Der Ostgarten ist dienstags bis donnerstags sowie am Wochenende geöffnet, die Palastführungen gibt es dienstags bis samstags, außer an Feiertagen. Für beides an einem Tag wählen Sie also Dienstag bis Donnerstag oder Samstag. Im Sensoji gelten die Regeln eines Ortes, an dem gebetet wird: Gelände und Gebet sind frei zugänglich, in der Haupthalle sind leise Stimmen und Zurückhaltung beim Fotografieren selbstverständlich, und beim Zuschauen lassen Sie den Betenden vor der Halle den Vortritt. Wenn Sie das Fest am 18. März oder den Hagoita-Markt im Dezember erleben möchten, planen wir Asakusa gezielt auf diese Tage.
So planen wir Tokio auf den Spuren von Edo
Für eine Reise, auf der Sie Edo verstehen wollen, wählen wir die Gastgeber auch nach ihrer Lage. Das Aman Tokyo liegt im Otemachi Tower in unmittelbarer Nähe des kaiserlichen Geländes, Holz, Stein und Washi, das traditionelle japanische Papier, prägen seine Räume. Shahab Kamali, Gründer von Signature Kollection Travel, wohnte im Juni dort und rechnet die Ankunft in seinem Reisebericht aus Japan zu den Signature Moments der Reise. „Vor allem aber war es die Ruhe, die mich tief beeindruckte. Niemand sprach laut. Niemand wirkte hektisch“, schreibt er. Aus seiner Suite im 38. Stock blickte er hinunter auf den Kaiserpalast, auf das Grün, in dem einst die Burg der Shogune stand.

Auf unserem siebzehntägigen Kulturpfad durch Japan wohnen Sie zum Auftakt drei Nächte im Aman Tokyo, nah am Ostgarten der früheren Burg. Auf den Meiji Jingu, den Schrein für Kaiser Meiji und Kaiserin Shoken, und einen privaten Kintsugi-Workshop, bei dem zerbrochene Keramik mit Gold gefügt wird, folgt ein Morgen in Asakusa: beim Training in einem Sumo-Stall, wie die Trainingsgemeinschaften der Ringer im traditionellen Ringkampf heißen, und danach am Sensoji. Auf unserer zwölftägigen Reise Japan von Tokio bis Osaka intensiv erleben ist das Janu Tokyo drei Nächte lang der Ausgangspunkt, ein Haus der urbanen Schwestermarke von Aman in den Azabudai Hills, einem jungen Stadtquartier mit Blick auf den Tokyo Tower. Die Reise führt an den Toyosu-Markt, den Großmarkt der Stadt, wo ein Sushi-Chef Sie hinter die Kulissen führt, dann nach Asakusa mit dem Sensoji und der Ladenstraße Nakamise.
Shahab Kamali zog nach einigen Tagen vom Aman ins Janu Tokyo um. Im japanischen Restaurant fand er spontan einen Platz, und nach Absprache mit der Küche servierte man ihm ein Dutzend Sushi und Nigiri, die nicht auf der Karte standen; Nigiri sind von Hand geformte Reisbällchen mit Fisch. Für ihn zeigte sich darin, dass auch höchste Perfektion Platz für Kreativität und Flexibilität lässt. Diese Haltung suchen wir bei allen Gastgebern, mit denen wir für Sie in Tokio arbeiten.

Zwischen den Stationen geben wir Ihnen Zeit für die Stadt: die Burg und Nihonbashi an einem Tag, Asakusa an einem frühen Morgen, die Gärten an einem ruhigen Nachmittag, jeweils mit privatem Guide. Danach führen beide Reisen nach Hakone, auf der Strecke des alten Tokaido. Was die Berge dort erwartet, erzählt der Guide zu Fuji und Hakone; wie sich die Route fügt, zeigt unsere Übersicht zur Japanreise. Am Ende stehen Sie noch einmal auf dem leeren Granitsockel im Ostgarten und wissen, warum der Turm fehlt und was die Stadt ringsum überstanden hat. Edo ist in den Grundriss von Tokio eingegangen. Nehmen Sie sich die Zeit, hier anzukommen, dann lesen Sie ihn selbst.
Ihre Tage im alten Edo
Wir planen Ihren Aufenthalt in Tokio mit dem Gastgeber, der zu Ihrem Reisestil passt, mit privaten Guides für Burg, Nihonbashi, Asakusa und die Gärten der Fürsten und mit genug Zeit, um die Geschichte der Stadt zu Fuß zu erleben. Auf Wunsch verbinden wir Tokio mit Hakone, Ise, dem Koyasan, Kyoto und Osaka.
Häufige Fragen zu Tokios Geschichte
Kann man den Kaiserpalast in Tokio besichtigen?
Den Ostgarten mit den Resten der Burg Edo können Sie ohne Anmeldung und kostenlos besuchen, außer montags und freitags (an Feiertagen ist er geöffnet) und an einigen Sonderterminen. Das innere Palastgelände ist nur bei einer geführten Tour von rund einer Stunde zugänglich, die Sie online ab dem 1. des Vormonats reservieren.
Was ist von der Burg Edo erhalten?
Erhalten sind Gräben, Mauern, Tore und der Sockel des Hauptturms im Ostgarten. Der letzte Hauptturm brannte 1657 im Meireki-Brand ab. Auf den 1658 neu errichteten Sockel kam nie wieder ein Turm, weil ein Land im Frieden ihn nach Ansicht von Hoshina Masayuki, dem Onkel des Shoguns, nicht brauchte.
Wo erlebt man in Tokio das alte Edo?
Das alte Edo erleben Sie am Sensoji in Asakusa, an der Brücke Nihonbashi, im Ostgarten des Kaiserpalasts und in Fürstengärten wie Koishikawa Korakuen, Hamarikyu und Rikugien. Einen Überblick gibt Ihnen das Edo-Tokyo-Museum, das am 31. März 2026 nach der Renovierung wieder eröffnet hat. Yanaka gilt als besonders gut erhaltenes altes Viertel.
Warum gibt es in Tokio so wenige alte Gebäude?
Das Große Kanto-Erdbeben von 1923 mit rund 105.000 Toten und Vermissten und die Luftangriffe von 1945 zerstörten große Teile der Stadt. Danach wurde Tokio rasch neu gebaut, ab 1964 mit Olympischen Spielen, Shinkansen und Stadtautobahn.
Seit wann heißt Edo Tokio?
Seit 1868, dem Jahr der Meiji-Restauration. Der Name Tokio bedeutet „östliche Hauptstadt“; 1869 zog der Kaiser dauerhaft in die frühere Burg Edo.



