Beleuchtetes Gästezimmer mit Veranda im Ekoin auf dem Koyasan, davor ein Garten mit Teich, Moos, Felsen und Ahornzweigen.
Inhaltsverzeichnis

Dieser Artikel gehört zum Thema Japan zwischen Tempeln, Metropolen und Vulkanen.

Der Schrein, der in Japan als heiligster Ort des Shinto gilt, ist kaum älter als ein Jahrzehnt. Sie gehen in Ise über die Uji-Brücke, eine gut hundert Meter lange Holzbrücke über den Isuzu-Fluss, und hören zuerst Ihre eigenen Schritte auf den Bohlen, auf der anderen Seite dann das Knirschen von Kies. Ein paar hundert Schritte weiter, hinter dem ersten Torii, führen breite Steinstufen hinunter ans Ufer. Hier, am Mitarashi, tauchen Sie wie die Pilger neben Ihnen die Hände in den Fluss und reinigen sich, so wie es Brauch war, bevor an den Schreinen steinerne Wasserbecken standen. Dann gehen Sie weiter unter hohen Bäumen, an Holzzäunen entlang, bis zu einem Tor. Weiter kommt niemand. Was hinter den Zäunen steht, wurde 2013 errichtet, und doch reicht seine Form bis ins 7. Jahrhundert zurück.

Ise, Nara und Koyasan liegen auf und am Rand der Kii-Halbinsel, und jeder dieser Orte erzählt ein eigenes Kapitel der japanischen Religionsgeschichte. In Ise Jingu wird die Ahnengottheit des Kaiserhauses verehrt, in Nara ließ ein Kaiser im 8. Jahrhundert einen bronzenen Buddha gießen, und auf dem Koyasan gründete ein Mönch ein Kloster, aus dem eine Stadt mit 117 Tempeln wurde. Auf den ersten Blick sehen Sie eine klare Ordnung: hier der Schrein des Shinto, dort der buddhistische Tempel. Doch in Nara steht der Schrein der heiligen Hirsche neben einem Tempel, mit dem er einst eine Einheit bildete, und auf dem Koyasan beten Mönche vor einem Schrein mitten im Tempelbezirk. Warum lassen sich die beiden Religionen gerade hier so schwer auseinanderhalten? Und warum entsteht das Heiligtum in Ise immer wieder neu, statt bewahrt zu werden?

Ise Jingu: Warum ein Heiligtum alle 20 Jahre neu entsteht

Unter dem Namen Ise Jingu sind 125 Schreine in Ise und der umliegenden Region verbunden. Im Zentrum stehen zwei Heiligtümer. Der Naiku, der innere Schrein, ist Amaterasu-Omikami gewidmet, der Sonnengottheit und Ahnengottheit des Kaiserhauses, die hier der Überlieferung nach seit rund 2.000 Jahren verehrt wird. Der Geku, der äußere Schrein, besteht seit rund 1.500 Jahren und gehört Toyouke-no-Omikami, der Gottheit, die über Nahrung, Kleidung und Obdach wacht. Beide Hauptheiligtümer sind von mehreren Zäunen umgeben. Den inneren Hof betritt kein Besucher; Ihr Platz zum Gebet ist vor dem Tor des dritten Zauns.

Drei Shinto-Priester in weißen Gewändern und schwarzen Kopfbedeckungen gehen hintereinander auf einem Kiesweg durch einen lichten Wald.
Der Weg ist Teil des Besuchs: In der Region Ise führen breite Kieswege durch den Wald zu den Schreinen, und auf ihnen begegnen Sie auch den Priestern.

Alle 20 Jahre werden diese Hauptheiligtümer vollständig neu gebaut, in denselben Maßen, auf dem benachbarten Grundstück. Dieser Vorgang heißt Shikinen Sengu, die Übertragung des Schreins im festgesetzten Jahr. Neu gefertigt werden dabei auch die Gewänder, die Ausstattung und die Schätze, die der Gottheit gehören, und der Heilige Spiegel, das Sinnbild der Amaterasu, zieht in den neuen Bau um. Rund 30 Rituale begleiten den Zyklus über etwa acht Jahre. Das erste Sengu fand 690 unter Kaiserin Jito für den Naiku statt, 692 folgte der Geku, 2013 das 62. Sengu. Eine amtliche Begründung für den Rhythmus gibt es nicht. Zwei Deutungen werden meist genannt: Bauten, deren Pfosten direkt in der Erde stehen, sind nur begrenzt haltbar, und in zwanzig Jahren lässt sich das Handwerk von einer Generation an die nächste weitergeben. Bewahrt wird in Ise demnach das Können, das Holz ist ersetzbar.

Ganz ohne Bruch blieb diese Kette nicht. Am Naiku lagen zwischen dem Sengu von 1462 und dem nächsten 123 Jahre, in denen Bürgerkriege das Land zerrissen. Erst 1563 wurde der Geku, 1585 der Naiku wieder neu errichtet, mitfinanziert von buddhistischen Nonnen des Tempels Keikoin. Das ist bemerkenswert, denn gerade Ise hielt den Buddhismus auf Abstand: Mönche und Nonnen durften sich den Hauptheiligtümern nicht nähern, und buddhistische Wörter wurden am Schrein durch Ersatzwörter umschrieben. Die Nonnen von Keikoin sammelten das Geld, die Hauptheiligtümer selbst betraten sie nicht. Das Holz für die Neubauten liefern Hinoki, japanische Zypressen, heute großteils aus dem Kiso-Wald in Zentraljapan, über zehntausend Stämme pro Zyklus. Auch das alte Holz verschwindet nicht. Die Pfosten der abgebauten Heiligtümer werden zu Torii an der Uji-Brücke und stehen dort weitere 20 Jahre. Frühmorgens auf dem Weg über die Brücke gehen Sie also unter dem Holz des alten Heiligtums hindurch.

Shahab Kamali, der Gründer von Signature Kollection Travel, machte auf seiner Japanreise im Juni Halt in Ise, auf dem Weg von Hakone an die Ago-Bucht. In seinem Reisebericht aus Japan spricht er von der spirituellen Kraft des Ortes und schreibt: „Zwischen alten Holzhäusern und den traditionellen Gassen von Okage Yokochō scheint die Zeit plötzlich langsamer zu vergehen.“ Okage Yokocho ist ein kleines Viertel mit Läden und Gaststuben in Häusern im Stil der Edo- und Meiji-Zeit, mitten an der Pilgerstraße Oharai-machi, die auf den Naiku zuläuft. Zu Ihrem Besuch in Ise gehören damit der Weg, die Brücke, der Fluss und die Straße davor.

Nara: Der Große Buddha des Kaisers Shomu und die Boten von Kasuga

In Nara beginnt Ihr Tag am Todaiji um halb acht. Von April bis Oktober öffnet die Halle des Großen Buddha zu dieser Stunde, bevor die Tagesgäste eintreffen, und für kurze Zeit teilen Sie den Raum nur mit den wenigen, die schon da sind. Im Halbdunkel sitzt der Buddha, knapp 15 Meter hoch. Draußen auf den Wegen stehen Hirsche. Sie halten ihnen Shika-Senbei hin, die Reisplätzchen für die Tiere, und die Hirsche verbeugen sich davor. Buddha und Hirsche gehören zu zwei verschiedenen Heiligtümern, deren Geschichte bis in Naras Zeit als Hauptstadt zurückreicht.

Von 710 bis 784 war Nara unter dem Namen Heijo-kyo die Hauptstadt Japans, unterbrochen nur von 740 bis 745, als der Hof nach Kuni-kyo, Shigaraki und Naniwa zog. In diesen Jahren, 743, erließ Kaiser Shomu ein Edikt, eine Statue des Vairocana gießen zu lassen, des kosmischen Buddha, der in Japan Rushana heißt. Fertig gegossen war sie 749, geweiht wurde sie 752. Zweimal ging der Tempel danach in Flammen auf: 1180, als Truppen der Kriegerfamilie Taira unter ihrem Heerführer Taira no Shigehira Nara angriffen, und 1567 in den Kämpfen der Bürgerkriegszeit. Jedes Mal wurde er wieder aufgebaut. Nach dem ersten Brand leitete der Mönch Chogen den Wiederaufbau, und schon 1185 wurde der erneuerte Buddha geweiht. Der Buddha, den Sie heute sehen, wurde 1692 geweiht, die heutige Halle 1709, und sie ist etwa ein Drittel kleiner als ihre Vorgängerin.

Die Hirsche gehören zu einem anderen Heiligtum. Am östlichen Rand des Nara-Parks liegt Kasuga Taisha, ein Schrein, dessen offizielles Gründungsjahr 768 ist. Der Legende nach kam die Gottheit Takemikazuchi auf einem weißen Hirsch aus Kashima an der Pazifikküste östlich des heutigen Tokio und ließ sich auf dem Berg Mikasa nieder, und seither gelten die Hirsche Naras als Boten der Götter. Auf den Wegen des Schreins gehen Sie an rund 3.000 Laternen vorbei. Die Tiere stehen seit 1957 als Naturdenkmal unter Schutz, und bei der Zählung im Juli 2026 kam die Stiftung zum Schutz der Nara-Hirsche, die die Tiere seit 1953 zählt, auf 1.687 Hirsche, 222 mehr als ein Jahr zuvor und ein Höchststand. Seit 1998 gehören Todaiji, Kasuga Taisha und der Urwald am Berg Kasuga zum UNESCO-Welterbe „Historische Monumente des alten Nara“.

Auf Ihrem Weg vom Großen Buddha zu den Laternen von Kasuga wechseln Sie scheinbar die Religion, vom buddhistischen Tempel zum Shinto-Schrein. Am anderen Ende des Parks aber steht der Kofukuji, ein Tempel, der dem Schrein näher ist, als es heute aussieht. Für die Fujiwara, eine Adelsfamilie, die über Jahrhunderte die Politik am Kaiserhof bestimmte, war der Kofukuji der Familientempel und Kasuga Taisha der Familienschrein, zwei Teile eines gemeinsamen Komplexes. Getrennt wurden sie erst 1868, und nicht aus freien Stücken. Wie selbstverständlich diese Nähe einmal war, zeigt Ihnen bis heute der Koyasan in den Bergen südlich von Osaka.

Koyasan: Ein Weg durch 200.000 Gräber zum Mausoleum von Kukai

Im Okunoin auf dem Koyasan tragen Mönche um sechs Uhr morgens und ein zweites Mal um halb elf eine hölzerne Truhe mit Speisen aus der Küchenhalle Gokusho zum Mausoleum, dem Gobyo. Ihr eigener Weg dorthin beginnt an der Brücke Ichinohashi und führt zwei Kilometer durch den Zedernwald. Zu beiden Seiten sehen Sie Grab- und Gedenksteine, über 200.000 Grabstätten insgesamt, von Mönchen ebenso wie von Fürsten und Samurai. Vor dem Mausoleum liegt die Torodo, die Laternenhalle, in der über 20.000 gestiftete Laternen hängen. An drei Abenden im Jahr, vom 1. bis 3. Oktober zwischen 19 und 21 Uhr, werden sie bei der Gedenkfeier Manto-e gesegnet.

Die Speisen gelten Kukai. Der Mönch, 774 geboren, begründete in Japan die Shingon-Schule des Buddhismus, eine esoterische Lehre, die auf Rituale, Meditation und Mantras setzt, heilige Silben und Formeln, die rezitiert werden. 816 erteilte ihm Kaiser Saga die Erlaubnis, auf einem Hochplateau im Kii-Gebirge ein Kloster zu gründen. 835 ging Kukai nach der Überlieferung seiner Schule in eine ewige Meditation ein, Nyujo genannt; gestorben ist er nach diesem Glauben nie. Deshalb bringen ihm die Mönche bis heute zweimal täglich Essen. Posthum erhielt er den Ehrennamen Kobo Daishi. 2034 begeht der Koyasan das große Gedenkjahr zum 1.200. Jahr seines Eintritts in die Meditation; gezählt wird dabei nach japanischem Brauch, der das Jahr 835 mitrechnet.

Aus Kukais Klostergründung ist eine Tempelstadt geworden. Auf über 800 Metern Höhe stehen heute 117 Tempel, und seit 2004 gehört der Koyasan mit weiteren heiligen Stätten und Pilgerwegen zum UNESCO-Welterbe im Kii-Gebirge. Das religiöse Zentrum bildet der Danjo Garan, der Tempelbezirk mit der Haupthalle Kondo und der großen Pagode Konpon Daito. Haupttempel der Koyasan-Shingon-Schule ist der Kongobuji. Er entstand aus zwei Tempeln, darunter dem Seigan-ji, den der Feldherr Toyotomi Hideyoshi, der Japan Ende des 16. Jahrhunderts einte, für seine Mutter errichten ließ.

Um den Koyasan zu verstehen, bleiben Sie über Nacht in einem Shukubo, einer Tempelunterkunft; rund 50 Tempel nehmen Gäste auf. Sie wohnen auf Tatami, den Matten aus gepresstem Reisstroh, essen am Abend Shojin-ryori, die Klosterküche aus Gemüse, Tofu, Bohnen, Algen und Wildkräutern, ganz ohne Fleisch und Fisch, und sind am Morgen zur Andacht der Mönche eingeladen. Shahab Kamali kam über kurvenreiche Bergstraßen von der Ago-Bucht herauf, übernachtete in einem Tempel und wurde von Mönchen empfangen. Er schreibt: „Der Friedhof Okunoin, die Tempelanlage Danjō Garan und der Kongōbu-ji-Tempel verleihen diesem Ort eine Atmosphäre, die sich kaum in Worte fassen lässt. Traditionelle Tempelarchitektur. Absolute Stille. Und dann ein moderner Dyson-Haartrockner in Lila.“ Dieser Kontrast gehört zum Koyasan: Die Tempel sind Klöster, in denen Mönche leben und beten, und zugleich Gästehäuser mit dem Komfort von heute.

Mehrere niedrige rote Lacktische mit Schalen, Deckelschüsseln und kleinen Kochstellen stehen auf Tatami-Matten vor einer Fensterfront zum Garten.
Shojin-ryori im Tempel Ekoin auf dem Koyasan: Gegessen wird auf Tatami an niedrigen Lacktischen, und jedes Gedeck hat seine eigene kleine Kochstelle.

Shinbutsu-shugo: Warum Buddhas und Kami lange zusammengehörten

Im Danjo Garan stehen Sie vor einem Bau, der auf den ersten Blick nicht in einen buddhistischen Tempelbezirk passt: dem Miyashiro, einem Shinto-Schrein. Verehrt werden darin Niu Myojin und Koya Myojin, die Gottheiten des Berges; Myojin ist ein alter Ehrentitel für Kami. Der Überlieferung nach überließen sie Kukai das Land für sein Kloster. Vor diesem Schrein rezitieren Mönche Sutren, die heiligen Texte des Buddhismus. Für Kukai und seine Nachfolger lag darin kein Widerspruch. Die Kami des Ortes hatten den Mönchen den Berg gegeben, und so gehören sie bis heute in die Mitte des Klosters.

Was auf dem Koyasan sichtbar geblieben ist, war in Japan über tausend Jahre lang die Regel. Seit der Buddhismus im 6. Jahrhundert ins Land kam, verbanden sich die Verehrung der Kami und die der Buddhas immer enger. Diese Verflechtung heißt Shinbutsu-shugo, wörtlich das Zusammenwachsen von Kami und Buddhas. Tempel und Schreine standen oft auf demselben Gelände, wie in Nara. Selbst in Ise, das den Buddhismus von seinen Heiligtümern fernhielt, waren es buddhistische Nonnen, die im 16. Jahrhundert das Geld für das Sengu sammelten. Das endete 1868. In diesem Jahr stürzte das Shogunat, die Militärregierung der Tokugawa, und die neue Regierung, die im Namen des jungen Kaisers Meiji handelte, stellte den Shinto in den Dienst des Staates.

Die Verordnung zur Trennung von Kami und Buddhas, Shinbutsu bunri genannt, verbannte buddhistische Figuren und Rituale aus den Schreinen. Was als Verwaltungsakt begann, löste eine Bewegung aus, die Haibutsu kishaku genannt wird, „den Buddha abschaffen, Shakyamuni zerschlagen“, also den historischen Buddha. Vielerorts wurden Tempel zerstört oder aufgegeben. In Nara wurde die Einheit von Kofukuji und Kasuga Taisha gewaltsam aufgelöst. Damit löst sich die Frage vom Anfang auf. Die klare Trennung, die Sie heute an jedem Eingang ablesen, hier das Torii des Schreins, dort das Tor des Tempels, ist gut 150 Jahre alt. Die Orte selbst sind älter und tragen die Spuren der früheren Einheit: der Schrein im Tempelbezirk des Koyasan, der Familientempel neben dem Familienschrein in Nara und in Ise die Nonnen, die einem Heiligtum halfen, das sie selbst nicht betreten durften. Mit diesem Wissen sehen Sie in Schrein und Tempel zwei Hälften eines Ganzen, die über tausend Jahre zusammengehörten.

Ise, Nara und Koyasan besuchen: Was geht und was nicht

Ort Öffnungszeiten Eintritt
Ise Jingu (Naiku und Geku) ab 5 Uhr; Schluss Oktober bis Dezember 17 Uhr, Januar bis April und September 18 Uhr, Mai bis August 19 Uhr frei
Todaiji, Halle des Großen Buddha April bis Oktober 7:30–17:30 Uhr, November bis März 8–17 Uhr kostenpflichtig, auch als Kombiticket mit Museum
Kongobuji und Danjo Garan, Koyasan 8:30–17 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr kostenpflichtig, einzeln für Kongobuji, Kondo, Konpon Daito und Museum Reihokan oder als Kombiticket

In Ise will der Brauch, dass Sie zuerst den Geku besuchen und danach den Naiku. Für einen frühen Morgen am Naiku gehen Sie am Vortag zum Geku; zwischen beiden liegen rund fünf Kilometer, mit dem Bus 15 bis 20 Minuten. Am Gebetsplatz wird nicht fotografiert, und auf dem gesamten Gelände wird weder gegessen noch getrunken oder geraucht. Für die Holzprozession Okihiki planen Sie Ise für Mai, Juni oder Ende Juli 2027 ein. Die Termine sind bislang vorläufig, wir bestätigen sie vor der Buchung.

Eine Hand gießt mit einer hölzernen Schöpfkelle Wasser in die andere, daneben liegen weitere Kellen auf einem Gestell aus hellem Holz.
Vor jedem Gebet steht die Reinigung: erst die linke Hand, dann die rechte, zuletzt ein Schluck Wasser aus der hohlen Hand, um den Mund zu spülen.

In Nara sind die Hirsche wilde Tiere. Füttern dürfen Sie die Hirsche nur mit den offiziellen Shika-Senbei, die im Park verkauft werden; anderes Futter bekommen die Tiere nicht. Am Kofukuji ist die Fünfstöckige Pagode seit Juli 2023 eingerüstet; das Ende der Arbeiten wird je nach Quelle für 2031 bis 2034 erwartet. Jedes Jahr von Ende Oktober bis Anfang November sehen Sie im Nationalmuseum Nara Schätze aus dem Shosoin, dem einstigen Schatzhaus des Todaiji, das heute das Kaiserliche Hofamt verwaltet.

Im Okunoin auf dem Koyasan wird hinter der Gobyo-Brücke vor dem Mausoleum nicht fotografiert, gegessen oder getrunken. Hinauf bringt Sie die Nankai-Bahn von Osaka bis Gokurakubashi, dann eine Standseilbahn; seit dem 24. April 2026 fährt zusätzlich der Ausflugszug GRAN Tenku. Im Shukubo sind Abendessen und Frühstück Teil der Übernachtung. Möchten Sie an der Morgenandacht oder am Goma teilnehmen, dem Feuerritual der Shingon-Schule, sagen Sie es bei der Buchung; im Tempel Ekoin finden beide täglich statt, und buchbar ist der Tempel bis elf Monate im Voraus.

So planen wir Ise, Nara und Koyasan in eine Japanreise

Diese drei Orte verlangen Zeit für die frühen Stunden. Auf unserem Kulturpfad über Ise und den Koyasan, einer Reise von siebzehn Tagen, folgen sie aufeinander, mit genug Nächten dazwischen. Von Hakone fahren Sie im Shinkansen in der Green Class, der ersten Klasse der japanischen Schnellzüge, nach Ise-Shima. Dort wohnen Sie zwei Nächte im Amanemu an der Ago-Bucht im Ise-Shima-Nationalpark, in einer Suite mit eigenem Onsen-Bad und Halbpension. Ein freier Tag gehört dem Resort und der Küste, am anderen führt Sie ein Guide über die Pilgerstraße Oharai-machi zum Naiku. Shahab Kamali ist diese Etappe selbst gereist und beschreibt das Amanemu mit seinem Blick über die Ago-Bucht bis in die Weite des Ozeans.

Unter einem dunklen Ziegeldach sitzt eine Frau an einem runden Holztisch in einem offenen Pavillon, dahinter liegen eine Bucht und bewaldete Hügel im Abendlicht.
Nach dem frühen Morgen am Schrein der Abend an der Bucht: Im Amanemu öffnen sich die Pavillons zur Ago-Bucht und zu den Hügeln von Ise-Shima.

Von Ise reisen Sie weiter nach Nara. Nach einer Nacht im Sasayuri ann stehen Todaiji, Nara-Park und Kasuga Taisha auf Ihrem Programm, am Nachmittag geht es hinauf auf den Koyasan. Dort sind zwei Nächte im Tempel Ekoin vorgesehen, in einer Junior Suite mit eigenem Außenbad und Halbpension. Die zweite Nacht ist uns wichtig, denn sie gibt Ihnen Raum für die Morgenandacht, für das Abschreiben von Sutren und für den Okunoin zur Stunde, in der die Mönche die Speisen zum Mausoleum tragen. Wie sich Tempelunterkunft und Gasthaus unterscheiden, erklärt unser Guide zu Ryokan und Onsen in Japan.

Vom Koyasan bringt Sie ein privater Transfer ins Aman Kyoto, wo die Reise mit Zen-Tempeln und Gärten weitergeht; mehr dazu im Guide zu Kyotos Gärten, Tempeln und Teekultur. Mit weniger Zeit finden Sie Tempel und Schreine auch auf unserer zwölftägigen Japanreise von Tokio bis Osaka: den Hakone-Schrein, Kiyomizu-dera, Fushimi Inari Taisha und eine private Teezeremonie in einem Tempel, der sonst nicht zugänglich ist. Ise, Nara und den Koyasan berührt diese Route nicht. Die Etappe davor beschreibt der Guide zu Fuji und Hakone, alle Stationen im Überblick zeigt unsere Seite zur Japanreise.

Von dieser Route bleiben Ihnen große Bilder: der Buddha in seiner Halle, die Laternen im Zedernwald. Am Anfang aber steht eine kleine Geste am Isuzu, um fünf Uhr morgens, wenn Sie die Hände ins kalte Wasser tauchen, bevor Sie vor das Tor treten. Ise, Nara und Koyasan zeigen, wie Japan mit dem Heiligen umgeht: Es wird gepflegt, erneuert, geteilt und manchmal getrennt. Das Alter dieser Orte steckt in dem, was Menschen seit Jahrhunderten an ihnen wiederholen, im Waschen der Hände, im Tragen der Speisen, im Ziehen der Stämme. Gehen Sie diesen Rhythmus mit, früh am Morgen und ohne Eile, dann sind Sie am Ende nicht durchgereist, sondern angekommen.

Ihre Reise zu den Tempeln und Schreinen Japans

Wir planen mit Ihnen, wie Ise, Nara und der Koyasan in Ihre Japanreise passen: mit Nächten an der Bucht, im Tempel und in der alten Hauptstadt, mit frühen Stunden an den Heiligtümern und mit Guides, die erklären, was hinter den Zäunen und Toren liegt.

Ise, Nara und Koyasan in Ihre Japanreise aufnehmen

Häufige Fragen zu Tempeln und Schreinen in Ise, Nara und Koyasan

Was ist der Unterschied zwischen einem Schrein und einem Tempel in Japan?

Ein Schrein gehört zum Shinto und ist den Kami gewidmet, den Gottheiten und Naturkräften; Sie erkennen ihn am Torii, dem Tor am Eingang. Ein Tempel ist buddhistisch, sein Name endet oft auf -ji. Bis 1868 waren beide eng verbunden und standen oft auf demselben Gelände.

Wann ist das nächste Shikinen Sengu in Ise?

Die Übertragung der Gottheit in den neuen Bau ist für Oktober 2033 geplant und findet ohne öffentliche Zuschauer statt. Miterleben können Sie die Holzprozession Okihiki: Im Sommer 2027 ziehen Anwohner Hinoki-Stämme zum Geku und durch den Isuzu-Fluss zum Naiku.

Wann ist Ise Jingu geöffnet?

Die Schreine öffnen um 5 Uhr und schließen je nach Monat zwischen 17 und 19 Uhr; der Zugang ist frei. Für einen ruhigen Besuch kommen Sie am besten früh am Morgen. Am Gebetsplatz wird nicht fotografiert, auf dem Gelände wird nicht gegessen, getrunken oder geraucht.

Darf man in Ise Jingu und im Okunoin fotografieren?

Auf den Wegen ja. Nicht fotografiert wird am Gebetsplatz vor den Hauptheiligtümern von Ise und im Okunoin hinter der Gobyo-Brücke vor dem Mausoleum von Kukai; dort wird auch nicht gegessen oder getrunken.

Wie viele Hirsche leben in Nara, und darf man sie füttern?

Bei der Zählung im Juli 2026 waren es 1.687 Tiere. Füttern dürfen Sie die Tiere nur mit den offiziellen Shika-Senbei, die im Park verkauft werden. Die Hirsche gelten als Boten der Gottheit von Kasuga Taisha und stehen als Naturdenkmal unter Schutz.

Lohnt sich eine Übernachtung auf dem Koyasan?

Ja. Rund 50 Tempel bieten Shukubo an, mit vegetarischem Abendessen und Frühstück. Am Morgen nehmen Sie an der Andacht teil, oft auch am Goma-Feuerritual, und erleben den Okunoin zu der Stunde, in der Mönche die Speisen zum Mausoleum von Kukai tragen.

Bilder zum Travel Guide:

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Sandro
beschäftigt sich mit der Frage, was eine Reise persönlich wertvoll macht. Für Signature Kollection Travel schreibt er über besondere Orte, ihre Gastgeber und die Geschichten dahinter. Sein Augenmerk gilt den Details, die den Charakter eines Ortes ausmachen und eine Reise prägen.

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  • Titelbild – Gästezimmer mit Garten im Ekoin: Shahab Kamali – Signature Kollection Travel
  • Shintō-Priester auf dem Kiesweg: Amanemu
  • Shojin-ryori im Ekoin: Shahab Kamali – Signature Kollection Travel
  • Reinigung mit der Holzkelle: Amanemu
  • Pavillon des Amanemu am Abend: Amanemu