Eine luxuriöse Auszeit zwischen stilvollen Refugien, alpiner Klarheit und weitem Panorama – getragen von Ästhetik, Kulinarik und Signature Momenten, die bleiben.
Manche Reisen beginnen nicht mit einem langen Flug, sondern mit einem einfachen Gedanken: Raus aus dem Alltag. Ohne große Planung, ohne weite Distanzen, aber mit dem Wunsch, wirklich abzuschalten.
Oft sind es genau diese Reisen, die überraschen. Weil sie näher sind, als man denkt. Weil sie zeigen, wie schnell sich Perspektiven verändern können, wenn man den gewohnten Rhythmus einmal bewusst unterbricht. Gerade dann, wenn Fliegen nicht immer die erste Wahl ist, wächst die Sehnsucht nach Orten, die leicht erreichbar sind und dennoch das Gefühl geben, weit weg zu sein. Orte, die Ruhe ausstrahlen und einem sofort das Gefühl geben, angekommen zu sein
Auf meiner kleinen Reise Richtung Italien habe ich genau solche Orte entdeckt. Eine Route, die sich ideal für ein paar Tage Auszeit anbietet oder sich ganz entspannt in eine längere Italienreise integrieren lässt.
Der Chiemsee – Zwischen Erholung und Entdeckungslust
Der erste Stopp führte mich nur eine kurze Fahrt südlich von München an den Chiemsee. Hier habe ich das Anfang 2025 eröffnete Hotel Chiemgauhof – Lakeside Retreat besucht. Schon bei der Ankunft ist mir aufgefallen, wie viel Gespür in jedem Detail steckt. Natürliche Materialien, warme Holzelemente und eine ruhige Gestaltung sorgen dafür, dass man sofort ankommt und sich willkommen fühlt.
Alle Zimmer des Hotels sind zum See ausgerichtet: Große Fenster öffnen den Blick auf das Wasser, das je nach Tageszeit eine ganz eigene Stimmung mit sich bringt. Die Einrichtung ist dabei gemütlich, zurückhaltend und gleichzeitig hochwertig. Ein Ort, an den man gerne zurückkehrt, selbst wenn man eigentlich noch etwas mehr Zeit draußen verbringen möchte.
Denn die Lage direkt am Wasser prägt den gesamten Aufenthalt. Ein privater Zugang zum See und der eigene Bootsanleger unterstreicht diese besondere Ruhe, die man hier spürt. Am meisten in Erinnerung bleibt mir der Sonnenuntergang. Jeden Abend wird er mit einem leisen Gong angekündigt. Ein Moment, der fast automatisch dazu einlädt, den Tag draußen auf der Terrasse ausklingen zu lassen. Ich habe viele besondere Sonnenuntergänge auf Reisen erlebt, doch dieser hier am Chiemsee hat seine ganz eigene Wirkung.
Neben der Ruhe bietet die Region viele Möglichkeiten, aktiv zu sein. Ob eine Fahrt über den See mit dem Elektroboot, Stand-Up Paddling, Wanderungen in den Chiemgauer Alpen oder ein Ausflug zum Schloss Herrenchiemsee – die Kombination aus Natur und Kultur macht den Ort vielseitig.
Am nächsten Morgen zeigte sich der Chiemsee von seiner ruhigsten Seite. Die Sonne stand schon früh hoch am Himmel, es war einer dieser warmen, klaren Tage, an denen man am liebsten den ganzen Tag draußen verbringen möchte. Ich saß auf der Terrasse, vor mir der Blick über das glatte Wasser, kaum ein Geräusch außer dem leichten Plätschern am Ufer. Ein ausgedehntes Frühstück, frische Produkte, guter Kaffee. Genau diese Ruhe, dieser Genuss machten den Ort für mich so besonders.
In den Dolomiten – Ankommen auf 1.800 Metern
Der Weg führte mich anschließend rund drei Stunden weiter in den Süden, nach Italien. Ziel war das Forestis in den Dolomiten. Die Strecke ist unkompliziert, doch sobald man die Autobahn verlässt, verändert sich die Umgebung spürbar. Die Straße windet sich in Serpentinen den Berg hinauf, mit jeder Kurve öffnet sich der Blick auf die Berge ein Stück weiter.
Auf rund 1.800 Metern angekommen, wurde ich herzlich empfangen. Nachdem ich meinen Autoschlüssel abgegeben hatte, wurde mein Gepäck direkt aufs Zimmer gebracht. Für mich begann mein Aufenthalt genau so, wie er sein soll: Ankommen, durchatmen und den Blick schweifen lassen. Ich trat auf den Balkon, blieb einen Moment stehen und merkte, wie sofort alles leiser wird.
Wo Natur den Ton angibt und der Blick zur Ruhe kommt
Die Zimmer sind alle so ausgerichtet, dass sich die Dolomiten in ihrer ganzen Präsenz zeigen: Karg, kraftvoll und gleichzeitig ruhig. Ein Panorama, an dem man sich kaum sattsehen kann. Doch es ist nicht nur die Lage, die das Forestis besonders macht. Es ist das Zusammenspiel vieler Details. Das Design ist reduziert, klar und stark geprägt von natürlichen Materialien wie Holz, Stein und Licht. Nichts wirkt zufällig, nichts drängt sich in den Vordergrund. Es gibt keine überladenen Räume, keine Ablenkung. Die Natur bleibt der Mittelpunkt – und genau das überträgt sich sofort auf die eigene Wahrnehmung.
Am Abend zog es mich ins Panorama Restaurant. Der Name ist Programm, doch es ist nicht nur der Ausblick, der beeindruckt. Die Tische sind so platziert, dass jeder Gast seinen eigenen kleinen Raum hat. Beim Abendessen kann man beobachten, wie das Abendlicht die Berge in warme Farben taucht. Lange sitze ich einfach nur da, schaue hinaus auf die Berge und vergesse fast, wie viele Gänge noch folgen. Das täglich wechselnde Menü besteht aus sieben Gängen, fein abgestimmt, präzise und gleichzeitig überraschend leicht. Wünsche werden flexibel aufgenommen und ganz selbstverständlich umgesetzt. Genau diese Selbstverständlichkeit macht den Unterschied.
Während des Abends wird mir immer klarer, was diesen Ort so besonders macht: Es sind die Menschen. Gäste, die bewusst hier sind und Ruhe suchen. Und ein Team, das präsent ist, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Nichts wirkt aufgesetzt. Es wird gelacht, leise gesprochen und aufmerksam begleitet. Ein Miteinander auf Augenhöhe, das sich ganz natürlich anfühlt.
Entspannung inmitten beeindruckender Berglandschaften
Am nächsten Tag nehme ich mir Zeit für den Spa-Bereich. Große Fenster öffnen den Blick auf die Berge, selbst aus der Sauna oder den Innenräumen bleibt die Landschaft immer präsent. Wasser, Stille und Licht greifen ineinander. Ich schwamm ein paar Bahnen im Außenpool und lauschte dem Vogelgezwitscher von meiner Liege im Garten.
Auch draußen gibt es viel zu entdecken. Wanderungen starten direkt vor der Tür und führen in die umliegende Bergwelt. Im Winter starten die Pisten praktisch vor der Tür. Wer möchte, kann sich aktiv bewegen oder einfach nur draußen sein. Beides fühlt sich hier gleich richtig an.
Mein letzter Morgen begann ruhig, aber aktiv. Ich startete mit einer Pilates-Einheit mit Blick auf die Berge und merkte schnell, wie gut sich Bewegung und diese klare Morgenluft anfühlen. Danach wartete ein ausgedehntes Frühstück, bei dem ich mir Zeit ließ und noch einmal den Blick über die Dolomiten genoss.
Langsam wurde mir bewusst, wie schnell diese Tage vergangen sind. Es sind nicht die großen Programmpunkte, die bleiben, sondern genau diese Momente dazwischen. Somit fiel mir der Abschied nach ein paar Tagen in den Bergen schwer.
Aber diese Reise hat mir einmal mehr gezeigt, dass es nicht immer die große, ferne Destination sein muss. Die Kombination aus dem Chiemsee und den Dolomiten hat sich für mich als genau richtig erwiesen. Erst die sanfte Weite am Wasser, dann die klare Präsenz der Berge. Oft sind es genau die Orte in erreichbarer Nähe, die uns überraschen, weil wir sie nicht erwarten.



