Kerameikos, Eleusis und Philopappos jenseits der Akropolis

Von: Sandro

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Wenn Sie nach der Akropolis verstehen möchten, wohin das antike Athen seine Toten und Feste schickte, führt der nächste Weg an den Kerameikos. Der Friedhof liegt am westlichen Rand der Altstadt an der Ermou-Straße. In derselben Stadtmauer sitzen zwei Tore. Am Dipylon sammelte sich der panathenäische Festzug und ging zur Akropolis. Am Heiligen Tor begann die Straße nach Eleusis, der Kultstätte der Demeter im heutigen Elefsina.

Der Kerameikos und der Philopappos-Hügel gegenüber der Akropolis

Die Mauer von 478 v. Chr. teilte das Gelände. Innerhalb der Mauer lagen Wohnviertel, außerhalb die Gräber. Familiengräber der klassischen Zeit säumten die Straßen, darunter die Stele der Hegeso um 400 v. Chr., das Grab des Dexileos und ein Marmorstier im Bezirk des Dionysios von Kollytos. Auf der Stele der Hegeso sitzt eine Frau und nimmt von einer Dienerin ein Kästchen entgegen. Das Relief zeigt den privaten Totenkult einer Athener Familie, keinen Staatstempel. Zwischen den Toren lag das Pompeion, ein Gebäude mit Innenhof, in dem der Festzug zu den Großen Panathenäen vorbereitet wurde, alle vier Jahre im August. Außerhalb des Dipylon lag das Demosion Sema, der öffentliche Ehrenfriedhof, an dem Perikles 430 v. Chr. die Gefallenenrede hielt. Das Museum am Ort, 1938 eröffnet, zeigt Skulptur und Keramik der deutschen Grabung. Ein Besuch verbindet Gelände und Museum, weil ein Teil der Stelen heute im Haus steht.

Ein Stück der Heiligen Straße liegt heute offen am Platz Estavromenou in Aigaleo, einem westlichen Stadtteil. Die Ausgrabung zur Verlängerung der Metro hat die Breite des Weges freigelegt, dazu Gräber des 4. Jahrhunderts v. Chr. Der Prozessionsweg ist also an mehreren Stellen im heutigen Straßenraum nachweisbar. Wenn Sie den Weg nach Eleusis nicht nur als Namen auf der Karte sehen möchten, lohnt dieser Halt auf der Fahrt nach Westen.

Südwestlich der Akropolis steht auf dem Mousion-Hügel das Philopappos-Monument. Es entstand 114 bis 116 n. Chr. für Julius Antiochus Philopappos, einen verbannten Prinzen aus Kommagene, der in Athen Bürger wurde und Ämter übernahm. Pausanias lokalisiert an derselben Stelle das Grab des Dichters Musaios. Der Bau aus pentelischem Marmor misst 9,80 mal 9,30 Meter. Die Schauseite war zur Akropolis gerichtet. Cyriacus von Ancona las im 15. Jahrhundert noch fünf Inschriften, drei davon unter den Statuen von Philopappos, Antiochos und Seleukos Nikator. Der Hügel liefert den Blick auf den Felsen, keinen zweiten Tempel.

Kerameikos und Philopappos liegen im Stadtkörper. Sie erfordern weniger Fahrzeit als Eleusis und mehr Aufmerksamkeit als ein zweiter Rundgang über dasselbe Plateau. Warum Reisepläne Eleusis und Brauron oft auslassen erklärt, weshalb genau diese Aufmerksamkeit häufig fehlt, sobald der Vormittag bereits Felsen und Museum gefüllt hat.

Zwei Wege aus Athen nach Eleusis und Brauron

Eleusis liegt westlich, Brauron östlich. In Eleusis mündet die Heilige Straße in einen römischen Vorhof von 65 mal 40 Metern. Die Großen Propyläen der Kaiserzeit kopierten den Mittelteil der Torbauten auf der Athener Akropolis. Auf den Kleineren Propyläen stand nach einer lateinischen Inschrift die Weihung des Konsuls Appius Claudius Pulcher aus dem Jahr 54 v. Chr. Das Telesterion blieb die Halle der Initiation. Vor einer Höhle stand ein kleiner Tempel für Pluto. Am Brunnen Kallichoron rastete Demeter nach der Erzählung der Ephorie, als sie ihre Tochter Persephone suchte. Sichtbar sind Vorhof, Tore, Brunnen und die Halle als Ruine. Der Kern der Mysterien bleibt unbekannt.

Brauron liegt nach der Princeton Encyclopedia rund 38 Kilometer östlich an der Küste. Sichtbar sind der dorische Tempel des 5. Jahrhunderts, die hufeisenförmige Säulenhalle und der Fluss Erasinos. Ein kleiner Schrein wird mit Iphigenie verbunden. Bei den Arkteia nahmen Mädchen aus Athen als Bärinnen der Artemis teil. Im 3. Jahrhundert v. Chr. zerstörte eine Flut das Heiligtum. Das Museum am Ort zeigt Statuen dieser Mädchen und Funde aus dem Heiligtum. Der Platz ist dienstags geschlossen. Bei drei Übernachtungen in Athen bleibt Zeit für die Akropolis, den Kerameikos und einen der beiden Wege. Bei zwei Übernachtungen muss eine Wahl getroffen werden, weil Eleusis und Brauron in entgegengesetzte Richtungen führen.

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Restaurant im THE DOLLI at Acropolis
Restaurant im THE DOLLI at Acropolis, Mitropoleos 49.

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Drei verschiedene Altertümer in Eleusis, Pylos und Lindos stellt Attika an den Anfang einer längeren Reise. Wie viel Zeit Athen, der Westen und Rhodos brauchen zeigt, wie sich Nächte in der Stadt und an der Küste auf die übrigen Orte auswirken. Der Parthenon bleibt der Anfang, nicht die ganze Stadt.

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Sandro
beschäftigt sich mit der Frage, was eine Reise persönlich wertvoll macht. Für Signature Kollection Travel schreibt er über besondere Orte, ihre Gastgeber und die Geschichten dahinter. Sein Augenmerk gilt den Details, die den Charakter eines Ortes ausmachen und eine Reise prägen.

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